Frauenhäuser in Niedersachsen: Die Linke sieht akuten Handlungsbedarf

Angesichts der aktuellen Auswertung zu den Belegungsquoten der Frauenhäuser sieht Die Linke Niedersachsen erheblichen politischen Handlungsbedarf beim Schutz von Frauen vor Gewalt. Die vorhandenen Einrichtungen seien vielerorts überlastet, gleichzeitig gebe es zu wenige Plätze.

Hilke Hochheiden, Landesvorsitzende von Die Linke Niedersachsen, erklärt:
„Die Auswertung zu den Belegungsquoten der Frauenhäusern zeigt es eindeutig: In Niedersachsen gibt es erheblichen Handlungsbedarf. Die Anzahl an Frauenhäusern ist gering und in den bestehenden Häusern gibt es zu wenig Plätze.“

Für Betroffene müsse Schutz schnell und unbürokratisch erreichbar sein.

„Keine Frau entscheidet sich, Opfer von Gewalt zu werden und wenn sie, oft mit ihren Kindern, aus einer gewaltvollen Beziehung fliehen muss, dann braucht sie schnell und unkompliziert Schutz. Wir fordern, dass Frauenhäuser endlich zur kommunalen Pflichtaufgabe mit einer übergreifenden Finanzierung werden. Die Istanbul-Konvention zum Schutz der Gewalt gegen Frauen muss endlich umgesetzt werden.“

Neben der Situation in den Einrichtungen erschwere auch der angespannte Wohnungsmarkt vielen Frauen den Neuanfang nach einer Trennung oder dem Aufenthalt im Frauenhaus.

„Zusätzlich erschwert der Wohnungsmarkt mit den hohen Mieten es, nach einer Trennung oder aus einem Frauenhaus in eine eigene Wohnung zu ziehen. Eine aktive Wohnungspolitik mit einem größeren Angebot an Wohnungen und günstigen Mieten ist ein aktiver Beitrag zum Gewaltschutz.“